Schlafqualität verbessern: besser schlafen und nachts durchschlafen
Wer seine Schlafqualität verbessern möchte, sollte nicht nur auf die Zahl der Schlafstunden schauen. Probleme beim Einschlafen, häufiges Aufwachen und Müdigkeit trotz ausreichend Schlaf können ganz unterschiedliche Ursachen haben – und brauchen deshalb auch unterschiedliche Lösungen.
In unserer Hausarztpraxis erleben wir häufig Menschen, die sieben, acht oder sogar neun Stunden im Bett liegen und morgens trotzdem erschöpft sind. Dann hilft die Frage: Schlafe ich zu wenig – oder schlafe ich lange genug, aber nicht erholsam?
Hausarzt München · Schlafprobleme · Schlafqualität verbessern
Warum schlafe ich schlecht? Die häufigsten Ursachen im Überblick
„Schlechter Schlaf“ ist keine einzelne Diagnose. Entscheidend ist, welcher Teil des Schlafs gestört ist: das Einschlafen, das Durchschlafen, das frühe Erwachen oder die Erholung am nächsten Morgen.
| Problem | Typische Hinweise | Was zuerst sinnvoll ist |
|---|---|---|
| Stress und Grübeln | Gedankenkarussell, innere Unruhe, frühes Erwachen | Abendroutine, Entlastung und Stressfaktoren prüfen |
| Unregelmäßiger Rhythmus | Am Wochenende deutlich später, Schichtarbeit, wechselnde Bettzeiten | Aufstehzeit stabilisieren und morgens Tageslicht nutzen |
| Alkohol | Schnelles Einschlafen, aber unruhige zweite Nachthälfte | 2–4 Wochen abends komplett weglassen und vergleichen |
| Schlafapnoe | Schnarchen, Atempausen, morgendliche Kopfschmerzen, Tagesmüdigkeit | Ärztliche Abklärung, gegebenenfalls Schlafdiagnostik |
| Restless Legs / Eisenmangel | Bewegungsdrang, Ziehen oder Kribbeln der Beine in Ruhe | Medikamente sowie Ferritin und Eisenstatus prüfen |
| Schmerzen | Erwachen beim Drehen oder in bestimmten Positionen | Ursache der Schmerzen gezielt behandeln |
| Reflux / Harndrang | Sodbrennen, Husten, häufiges nächtliches Wasserlassen | Auslöser und Grunderkrankung behandeln |
| Medikamente / Substanzen | Beginn nach einer Umstellung, spätes Koffein, Nikotin oder aktivierende Medikamente | Medikationsplan und Einnahmezeitpunkt prüfen |
| Depression / Angst | Frühes Erwachen, Antriebsmangel, Sorgen, Interessenverlust | Gesamtbild hausärztlich oder psychotherapeutisch einordnen |
Müde trotz genug Schlaf: Warum acht Stunden nicht immer erholsam sind
Wer sieben bis neun Stunden schläft und trotzdem regelmäßig erschöpft aufwacht, sollte nicht automatisch versuchen, noch länger zu schlafen. Entscheidend ist vielmehr, ob der vorhandene Schlaf tatsächlich erholsam ist.
Häufige Gründe sind unbemerkte nächtliche Atemstörungen, Restless Legs, Alkohol, Medikamente, chronische Schmerzen, Stress oder depressive Beschwerden.
Je nach Begleitsymptomen können außerdem körperliche Ursachen eine Rolle spielen – beispielsweise Eisenmangel , eine Anämie oder Schilddrüsenerkrankungen .
Woran wir besonders denken
- Lautes Schnarchen oder Atempausen: Schlafapnoe
- Unruhige Beine: Restless Legs, Medikamente, Eisenstatus
- Blässe oder Leistungsknick: Blutbild und Eisenmangel einordnen
- Frieren, Gewichtszunahme oder Verstopfung: Schilddrüse mitdenken
- Frühes Erwachen und Antriebsmangel: psychische Belastung berücksichtigen
- Benommenheit am Morgen: Medikamente und Alkohol prüfen
🩺 Romanplatz: Nicht jedes Müdigkeitsgefühl ist ein Schlafproblem
Wenn jemand sagt: „Ich schlafe eigentlich genug, bin aber morgens trotzdem wie gerädert“, fragen wir zunächst nach Schnarchen, Atempausen, unruhigen Beinen, Alkohol, Medikamenten, Schmerzen und Tagesverlauf.
Erst danach entscheiden wir, ob beispielsweise Blutbild, Ferritin, Schilddrüsenwerte oder Vitamin B12 zur jeweiligen Situation passen. Ein großes Labor „auf Verdacht“ ist nicht automatisch die beste Lösung.
🩺 Aus der Hausarztpraxis: Schlechter Schlaf beginnt oft am Tag
Eine der häufigsten Situationen in der Sprechstunde lautet: „Abends bin ich todmüde – sobald ich im Bett liege, bin ich wieder wach.“
Dann schauen wir nicht nur auf die Nacht. Aufstehzeit, Tageslicht, Bewegung, spätes Koffein, Stress und Alkohol bestimmen mit, wie viel Schlafdruck am Abend tatsächlich vorhanden ist.
Die wichtigste Erfahrung aus dem Praxisalltag: Guter Schlaf lässt sich selten erzwingen. Er entsteht leichter, wenn der Körper tagsüber klare Zeitgeber bekommt und abends schrittweise herunterfahren kann.
Deshalb ist ein überschaubarer Zwei-Wochen-Versuch oft sinnvoller als zehn Änderungen gleichzeitig. So lässt sich überhaupt erkennen, welche Maßnahme tatsächlich hilft.
Schlafqualität verbessern: 25 Tipps, die im Alltag wirklich helfen
Wer besser schlafen möchte, muss nicht 25 Dinge gleichzeitig verändern. Einige wenige Maßnahmen haben meist deutlich mehr Gewicht als ständig neue Schlaf-Hacks, Apps oder Nahrungsergänzungsmittel.
🩺 Wenn Sie nur drei Dinge ausprobieren möchten
- Jeden Tag ungefähr zur gleichen Zeit aufstehen. Eine möglichst stabile Aufstehzeit ist ein starker Zeitgeber für die innere Uhr.
- Morgens 20–30 Minuten Tageslicht. Möglichst draußen und nicht nur hinter einer Fensterscheibe.
- Zwei Wochen abends keinen Alkohol. Besonders bei häufigem Erwachen in der zweiten Nachthälfte ist das ein einfacher und oft aufschlussreicher Selbsttest.
Weitere 22 Maßnahmen für besseren Schlaf
- Tagsüber regelmäßig bewegen. Bewegung unterstützt Schlafdruck und Tagesrhythmus.
- Koffein rechtzeitig beenden. Bei empfindlichen Menschen kann bereits Kaffee am Nachmittag das Einschlafen oder Durchschlafen beeinflussen.
- Eine ruhige Übergangsphase am Abend schaffen. Der Körper braucht einen Übergang zwischen Aktivität und Schlaf.
- Das Schlafzimmer kühl, ruhig und dunkel halten.
- Handy und Tablet nicht zum dauerhaften Bettbegleiter machen.
- Keine sehr große Mahlzeit unmittelbar vor dem Schlafen.
- Abends nicht unnötig große Flüssigkeitsmengen trinken. Das kann nächtlichen Harndrang reduzieren.
- Nikotin reduzieren. Nikotin wirkt anregend und kann den Schlaf zusätzlich fragmentieren.
- Nachts nicht ständig auf die Uhr schauen. Das verstärkt bei vielen Menschen den Druck, unbedingt wieder einschlafen zu müssen.
- Grübelgedanken vor dem Schlafengehen aufschreiben.
- Das Bett möglichst nicht zum Arbeiten nutzen.
- Bei längerem Wachliegen kurz aufstehen. Etwas Ruhiges bei gedämpftem Licht tun und erst bei erneuter Schläfrigkeit zurück ins Bett gehen.
- Tagschlaf kurz halten. Lange oder späte Nickerchen können den Schlafdruck am Abend reduzieren.
- Sehr intensiven Sport nicht unmittelbar vor dem Zubettgehen planen.
- Am Wochenende nicht mehrere Stunden später aufstehen.
- Eine wiederkehrende Abendroutine etablieren.
- Schlaftracker als Verlaufshilfe betrachten – nicht als medizinische Wahrheit.
- Schmerzen gezielt behandeln lassen. Wer bei jeder Drehung aufwacht, hat nicht primär ein Schlafhygieneproblem.
- Reflux oder nächtlichen Harndrang nicht ignorieren.
- Bei unruhigen Beinen an Restless Legs und den Eisenstatus denken.
- Bei Schnarchen plus Tagesmüdigkeit Schlafapnoe abklären.
- Bei chronischer Insomnie KVT-I erwägen. Die kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie gehört zu den wichtigsten evidenzbasierten Behandlungen.
Der beste Start für heute Abend
Ändern Sie nicht alles gleichzeitig. Beginnen Sie für zwei Wochen mit stabiler Aufstehzeit, Tageslicht am Morgen und alkoholfreien Abenden. So lässt sich besser beurteilen, ob sich Ihr Schlaf tatsächlich verändert.
Nachts besser durchschlafen: Warum Sie immer wieder aufwachen
Kurz aufzuwachen ist grundsätzlich normal. Problematisch wird es, wenn die Wachphasen häufig oder lang sind und Sie morgens nicht erholt aufwachen. Dann lohnt sich ein Blick darauf, wann und wodurch der Schlaf unterbrochen wird.
🌙 Eher in der ersten Nachthälfte wach?
Spätes oder sehr üppiges Essen, Reflux, Schmerzen, eine ungewohnte Umgebung, fehlender Schlafdruck oder ein noch aktivierter Tagesrhythmus können eine Rolle spielen.
🌅 Eher in der zweiten Nachthälfte wach?
Alkohol, Stress, depressive Beschwerden, Schlafapnoe, Hitzewallungen oder ein sehr früher biologischer Rhythmus gehören zu den möglichen Ursachen.
🩺 Eine einfache Frage aus der Praxis
„Wann genau wachen Sie auf – und was merken Sie dabei?“
Herzklopfen, Luftnot, Harndrang, Schmerzen, Sodbrennen, unruhige Beine oder Grübeln geben häufig mehr Hinweise auf die Ursache als die reine Zahl der Wachphasen.
Stress, Grübeln und Cortisol: Warum der Körper nachts nicht abschaltet
Chronischer Stress gehört zu den häufigsten Gründen für Ein- und Durchschlafprobleme. Manche Menschen sind körperlich erschöpft, fühlen sich im Bett aber plötzlich wieder hellwach. Andere schlafen zunächst ein und beginnen nach dem ersten Erwachen zu grübeln.
Cortisol gehört zum normalen Stress- und Wachsystem des Körpers. Der Spiegel steigt natürlicherweise in den frühen Morgenstunden an. Deshalb beweist das Aufwachen um eine bestimmte Uhrzeit nicht automatisch einen krankhaft erhöhten Cortisolwert.
Entscheidend sind Beschwerden, Tagesverlauf, psychische und körperliche Belastungen sowie Medikamente und andere mögliche Ursachen.
Mehr dazu: Cortisol senken: Symptome, Tagesprofil & Tests .
Typische Hinweise auf ein dauerhaft aktiviertes Stresssystem
- Gedankenkarussell beim Einschlafen
- innere Unruhe und Anspannung
- frühes Erwachen
- Herzklopfen oder ausgeprägte Wachsamkeit
- Erschöpfung, obwohl echte Entspannung kaum gelingt
Praktischer Versuch statt Cortisol-Fixierung
Wenn Stress offensichtlich eine Rolle spielt, ist häufig zunächst hilfreicher, den Abend zwei Wochen konsequent zu vereinfachen: keine späten Arbeitsmails, weniger Bildschirmreize, feste Aufstehzeit und eine kurze wiederkehrende Routine. Ein einzelner Cortisolwert erklärt schlechten Schlaf nur selten vollständig.
🍷 Alkohol und Schlaf: schneller einschlafen, aber schlechter erholen
Alkohol kann das Einschlafen subjektiv erleichtern. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Schlafqualität besser wird. Gerade in der zweiten Nachthälfte kann der Schlaf unruhiger werden und häufiger unterbrochen sein.
Zusätzlich kann Alkohol Schnarchen und nächtliche Atemstörungen verstärken. Am nächsten Morgen zeigen sich dann Müdigkeit, Gereiztheit, Kopfschmerzen oder das Gefühl, trotz ausreichend langer Nacht nicht wirklich erholt zu sein.
🩺 Der Romanplatz-Selbsttest
Wer regelmäßig am Abend Alkohol trinkt und schlecht durchschläft, lässt ihn für zwei bis vier Wochen komplett weg und beobachtet Einschlafen, nächtliches Erwachen und die morgendliche Erholung.
Das ist im Alltag oft aussagekräftiger als die Schlafbewertung einer einzelnen Nacht auf der Smartwatch.
Weiterführende fachliche Informationen bietet die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) .
Essen am Abend: Wann die Verdauung den Schlaf stört
Sehr große oder späte Mahlzeiten können Völlegefühl, Reflux und nächtliches Erwachen fördern. Besonders wer nachts wegen Sodbrennen oder Druckgefühl aufwacht, sollte nicht nur über Schlafmittel, sondern auch über Zeitpunkt und Größe der letzten Mahlzeit nachdenken.
Melatonin, Magnesium und Schlafmittel: hausärztlich eingeordnet
Bei länger bestehenden Schlafstörungen ist die Ursachenklärung wichtiger als eine dauerhafte Sedierung. Die AWMF-S3-Leitlinie zur Insomnie bei Erwachsenen empfiehlt bei chronischer Insomnie insbesondere die kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie (KVT-I).
| Mittel | Wann es eine Rolle spielen kann | Wichtige Grenzen |
|---|---|---|
| Melatonin | Verschobener Schlaf-Wach-Rhythmus, Jetlag und ausgewählte Formen der Insomnie | Wirkung meist moderat; Einnahmezeit und Präparat sind entscheidend |
| Magnesium | Nachgewiesener Mangel, Muskelkrämpfe oder ausgeprägte Muskelunruhe | Kein universelles Schlafmittel; bei eingeschränkter Nierenfunktion vorher ärztlich klären |
| Sedierende Antihistaminika | Können in einzelnen akuten Situationen kurzfristig müde machen | Benommenheit, anticholinerge Nebenwirkungen, Toleranz und erhöhtes Sturzrisiko – besonders bei älteren Menschen |
| Benzodiazepine / Z-Substanzen | Ausgewählte akute Situationen und zeitlich begrenzte Behandlung | Gewöhnung, Abhängigkeit, Stürze, Gedächtnisprobleme und Beeinträchtigung am Folgetag |
Melatonin: Zeitgeber statt universelles Schlafmittel
Melatonin ist ein körpereigenes Signal für Dunkelheit und Nacht. Besonders bei einer verschobenen inneren Uhr kann es sinnvoll sein. Mehr ist dabei nicht automatisch besser; auch der Einnahmezeitpunkt kann entscheidend sein.
Informationen zur europäischen Zulassung von retardiertem Melatonin finden Sie bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) .
Magnesium: sinnvoll bei Mangel oder Muskelunruhe
Magnesium kann bei nachgewiesenem Mangel, nächtlichen Krämpfen oder ausgeprägter Muskelanspannung sinnvoll sein. Ohne entsprechenden Mangel ist es jedoch kein verlässliches allgemeines Schlafmittel.
Mehr dazu: Magnesium: Wirkung, Mangel, Einnahme und Laborwerte .
Schlafmittel: müde gemacht ist nicht automatisch gut geschlafen
Ein Medikament kann sehr zuverlässig sedieren und trotzdem dazu führen, dass jemand am nächsten Morgen benommen und nicht wirklich erholt ist.
Deshalb beurteilen wir eine Schlafbehandlung nicht nur danach, ob jemand schneller eingeschlafen ist. Entscheidend sind auch Tagesmüdigkeit, Konzentration, Reaktionsfähigkeit, Sturzrisiko und die tatsächliche Erholung.
Medizinisches Cannabis und Schlaf
Medizinisches Cannabis ist kein allgemeines Schlafmittel. Bei ausgewählten Grunderkrankungen kann sich der Schlaf indirekt verbessern, beispielsweise wenn chronische Schmerzen oder bestimmte neurologische Beschwerden wirksam behandelt werden.
Für eine isolierte Schlafstörung ersetzt Cannabis weder Ursachenklärung noch Schlafhygiene oder eine geeignete Behandlung chronischer Insomnie.
Mehr zur ärztlichen Einordnung: Medizinisches Cannabis in München .
📈 Schlafprobleme abklären: So gehen wir strukturiert vor
-
Das eigentliche Problem benennen:
Einschlafen, häufiges Erwachen, sehr frühes Erwachen oder Tagesmüdigkeit trotz ausreichend Schlaf? -
Den zeitlichen Verlauf verstehen:
Seit wann besteht das Problem? Gab es Stress, Krankheit, eine Reise, Schichtarbeit oder neue Medikamente? -
Medikamente und Substanzen prüfen:
Koffein, Nikotin, Alkohol, Cannabis, Schmerzmittel, Psychopharmaka und andere Medikamente können Schlaf und Tagesmüdigkeit beeinflussen. -
Begleiterkrankungen berücksichtigen:
Schmerzen, Reflux, Depression, Angst, Schilddrüsenerkrankungen sowie Herz- und Lungenerkrankungen können den Schlaf stören. -
An Schlafapnoe denken:
Lautes Schnarchen, beobachtete Atempausen, morgendliche Kopfschmerzen, Bluthochdruck und ausgeprägte Tagesmüdigkeit sind wichtige Hinweise. -
Labor nur gezielt einsetzen:
Nicht jeder schlechte Schlaf braucht ein großes Labor. Bei Müdigkeit, Leistungsknick, unruhigen Beinen oder weiteren Hinweisen können zum Beispiel Blutbild, Ferritin, TSH oder Vitamin B12 sinnvoll sein. -
Therapie im Verlauf bewerten:
Entscheidend sind nicht nur Schlafstunden, sondern auch Erholung, Tagesfunktion und mögliche Nebenwirkungen.
🩺 Wann wir bei Schlafproblemen Blut abnehmen
Wir bestimmen nicht bei jedem Menschen mit schlechtem Schlaf automatisch eine lange Liste von Laborwerten. Das Labor sollte zur jeweiligen Beschwerde passen.
Bei Müdigkeit trotz ausreichend Schlaf, Leistungsknick oder Blässe kann beispielsweise ein Blutbild sinnvoll sein.
Bei unruhigen Beinen oder Verdacht auf Eisenmangel spielt besonders Ferritin und der Eisenstatus eine Rolle.
Passen Beschwerden eher zu einer Schilddrüsenerkrankung, können TSH und weitere Schilddrüsenwerte gezielt ergänzt werden. Entscheidend ist immer das Gesamtbild – nicht ein einzelner Laborwert.
Warum „müde gemacht“ nicht automatisch „gut geschlafen“ bedeutet
Ein Mittel kann rasch sedieren und trotzdem keinen erholsamen Schlaf erzeugen. Deshalb ist die Frage am nächsten Tag wichtig: Sind Konzentration, Reaktionsfähigkeit und Stimmung besser – oder ist der Patient lediglich benommener?
⚠️ Wann Schlafprobleme ärztlich abgeklärt werden sollten
Eine einzelne schlechte Nacht ist normalerweise kein Grund zur Sorge. Bestimmte Beschwerden sollten aber nicht über Wochen oder Monate nur mit Schlafmitteln, Alkohol oder immer neuen Schlaf-Hacks überdeckt werden.
Diese Warnzeichen sollten Sie ernst nehmen
- beobachtete Atemaussetzer, nächtliche Luftnot oder sehr lautes Schnarchen
- ausgeprägte Tagesmüdigkeit trotz ausreichend langer Schlafdauer
- ungewolltes Einschlafen beim Autofahren, bei der Arbeit oder in anderen gefährlichen Situationen
- neu aufgetretene Schlafstörungen zusammen mit Brustschmerzen , Luftnot oder Herzrasen
- ausgeprägter Bewegungsdrang, Ziehen oder Kribbeln in den Beinen am Abend oder in Ruhe
- depressive Stimmung, Hoffnungslosigkeit oder deutlicher Interessenverlust
- regelmäßige Einnahme oder zunehmende Dosierung von Schlafmitteln oder anderen sedierenden Substanzen
- Schlafprobleme, die über mehrere Wochen bestehen und Alltag, Konzentration oder Leistungsfähigkeit deutlich beeinträchtigen
🩺 Romanplatz-Merksatz
Wer lange genug schläft und trotzdem regelmäßig erschöpft aufwacht, braucht nicht automatisch mehr Schlaf.
Dann sollte man überlegen, warum der vorhandene Schlaf nicht erholsam ist – und ob eine behandelbare Ursache dahintersteckt.
👨⚕️ Fünf häufige Denkfehler rund um guten Schlaf
Er kann das Einschlafen beschleunigen, verschlechtert aber häufig die zweite Nachthälfte und die morgendliche Erholung.
Der Schlafbedarf ist individuell. Tagesfunktion und Erholung sind wichtiger als eine starre Zahl.
Sehr lange Bettzeiten können den Schlafdruck verringern und längere Wachphasen begünstigen.
Sedierung und erholsamer Schlaf sind nicht dasselbe.
Melatonin wirkt vor allem als Zeitgeber für die innere Uhr und passt nicht zu jeder Ursache von Schlafproblemen.
❓ FAQ: Schlafqualität verbessern und besser schlafen
Wie kann ich meine Schlafqualität verbessern?
Besonders wichtig sind eine möglichst stabile Aufstehzeit, Tageslicht am Morgen, regelmäßige Bewegung, weniger spätes Koffein und Alkohol sowie eine ruhige Abendroutine. Wer trotz ausreichend langer Schlafdauer dauerhaft erschöpft ist, sollte zusätzlich nach möglichen medizinischen Ursachen suchen.
Was kann ich tun, um besser zu schlafen?
Beginnen Sie nicht mit zehn Veränderungen gleichzeitig. Ein sinnvoller Zwei-Wochen-Versuch sind eine ähnliche Aufstehzeit, Tageslicht am Morgen und alkoholfreie Abende. Danach lässt sich wesentlich besser beurteilen, was tatsächlich hilft.
Wie kann ich schneller einschlafen?
Reduzieren Sie abends Licht und Reize, beenden Sie Koffein rechtzeitig und schaffen Sie eine wiederkehrende Abendroutine. Wer länger wach liegt, sollte nicht stundenlang versuchen, Schlaf zu erzwingen.
Was hilft, nachts besser durchzuschlafen?
Häufiges Erwachen kann unter anderem mit Alkohol, Stress, Schmerzen, Reflux, Harndrang, Restless Legs oder Schlafapnoe zusammenhängen. Die Ursache zu finden ist meist sinnvoller, als lediglich stärker zu sedieren.
Warum bin ich trotz acht Stunden Schlaf müde?
Acht Stunden Bettzeit bedeuten nicht automatisch acht Stunden erholsamen Schlaf. Mögliche Ursachen sind Schlafapnoe, Restless Legs, Alkohol, Medikamente, Stress, Depression, Eisenmangel, Anämie oder Schilddrüsenerkrankungen.
Hilft Melatonin beim Schlafen?
Melatonin kann besonders bei einer verschobenen inneren Uhr oder bestimmten Schlaf-Wach-Rhythmus-Störungen hilfreich sein. Es ist jedoch kein universelles Schlafmittel. Einnahmezeit, Ursache und Präparat spielen eine wichtige Rolle.
Hilft Magnesium bei Schlafproblemen?
Bei Magnesiummangel, Muskelkrämpfen oder ausgeprägter Muskelunruhe kann Magnesium sinnvoll sein. Ohne entsprechenden Mangel ist es kein verlässliches allgemeines Schlafmittel.
Kann Eisenmangel Schlafprobleme verursachen?
Ja. Besonders bei Restless Legs, Erschöpfung oder Leistungsknick kann ein Eisenmangel eine Rolle spielen. Je nach Beschwerden können Ferritin und weitere Werte des Eisenstatus sinnvoll sein.
Wann sollte ich mit Schlafproblemen zum Hausarzt?
Besonders bei Atemaussetzern, lautem Schnarchen mit Tagesmüdigkeit, ungewolltem Einschlafen, ausgeprägten unruhigen Beinen oder Beschwerden über mehrere Wochen ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.
Wissenschaftliche Quellen zum Weiterlesen
Für die medizinische Einordnung orientieren wir uns an aktuellen Leitlinien sowie Informationen anerkannter Fachgesellschaften und Institutionen.
Passende Themen aus unserer Praxis
Schlafprobleme in München hausärztlich abklären
Wenn Sie trotz ausreichend langer Schlafdauer erschöpft bleiben, häufig aufwachen, stark schnarchen oder regelmäßig Schlafmittel benötigen, können wir Schlaf, Medikamente und mögliche körperliche Ursachen strukturiert einordnen.
Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Untersuchungen zu machen. Wir schauen zunächst auf Schlafmuster, Beschwerden, Medikamente und mögliche Auslöser und entscheiden anschließend, ob beispielsweise Blutwerte oder eine weiterführende Schlafdiagnostik sinnvoll sind.
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